Mai 6th, 2007
Blogvision 2010
Bis 2010 isses ja nicht mehr allzu lange hin. Deswegen lehne ich mich mit dieser meiner Vision auch hoffentlich nicht allzu weit aus dem Fenster.
2010 wird das also (endlich) so ein: Jeder meiner Buddys hat so ein Blog. Ich habe überall den RSS-Feed abonniert und alle haben meinen Feed abonniert. Jeder schreibt regelmäßig, was sie oder ihn gerade beschäftigt, welche Dinge sie oder er gerade plant oder was eben sonst so für den Freundes- und Bekanntenkreis interessant sein kann. In Verbindung mit weiteren Diensten wie plazes bin ich immer auf dem Laufenden, was gerade bei wem wo geht. Das hat einige hat viele Vorteile:
- Ich kann in persönliche Gespräche mit den anderen Bloggern auf einer viel höheren Ebene einsteigen. Ich weiß, womit sich mein Gegenüber gerade befasst, bin also vorbereitet und habe mir evtl. sogar schon einige Gedanken darüber gemacht. Wir können also gleich in medias res gehen und uns lange grundsätzliche Erklärungen sparen. Das macht Gespräche effektiver, denn ich kann die zur Verfügung stehende Zeit effizienter nutzen.
- Umgekehrt wissen meine Gesprächspartner schon weitgehend, welche Themen mich gerade beschäftigen. Ich muss mir also nicht merken, wem ich was schon erzählt habe, sondern brauche die wesentlichen Dinge alle nur einmal in meinem Blog posten. Damit wird aus meiner Informationsbringschuld eine Holschuld und falls jemand nicht bescheid weiß, kann ich ihn (oder sie) einfach auf mein Blog verweisen. ”Das ist die Adresse, lies selbst nach!”
- Ich kann auch Leute erreichen, die ich für themenfern gehalten hätte. Oder konkreter: Ich kann ja nicht mit jedem alles durchsprechen, was gerade irgendwie für mich von Bedeutung ist. Stattdessen spreche ich Themen an, bei denen ich davon ausgehe, dass mein Gesprächspartner Ahnung oder weitergehende Kontakte hat. Wenn ich nun zum Beispiel für den Hauke jemanden suche, der weitestgehend mit der Produktion und dem Vertrieb von Sportgeräten befasst ist, oder für den Ben jemanden, der sich mit Heimarbeitsplätzen auskennt und dieses Wissen in den Vereinigen Arabischen Emiraten anwenden will (beides aktuelle, echte Beispiele!), dann spreche ich erst einmal Leute an, von denen ich glaube, dass sie mir helfen können. Bei derart weit gefassten Aufgabenstellungen kann das aber im Prinzip jeder sein. Jeder, der mein Blog liest…
- Der Kontakt wird eher gehalten, auch wenn man sich rein physisch aus den Augen verliert.
Philipp Bohn beschreibt bei Berlecon unter dem Titel “Web 2.0 oder: Kampf der täglichen E-Mail-Flut!” einen weiteren Aspekt zu diesem Thema. Das hier ist der für mich wesentliche Ausschnitt: “Innovative Web 2.0-Technologien wie Weblogs oder Wikis können eine sinnvolle Ergänzung für den massenweisen Austausch von E-Mails sein und die Informationsflut beherrschbarer machen. Einer der zentralen Vorteile von Blogs und Wikis ist die Kanalisierung des Informationflusses. So setzen aus Sorge, doch noch jemanden vergessen zu haben, viele E-Mail-Schreiber sicherheitshalber alle Abteilungskollegen und Kooperationspartner ins cc. Es bleibt dann dem einzelnen Empfänger überlassen, über die Relevanz der Nachricht zu entscheiden. Die Verbreitung von Informationen auf Blogs und Wikis gibt den Mitarbeitern dagegen die Möglichkeit, aktuelle Nachrichten gemäß ihren Interessen mit Hilfe von RSS-Feeds und Newsreadern zu abonnieren – aus einer oft missverstandenen “Bringschuld” der Sender wird so eine größere Wahlfreiheit der Empfänger.”
Und das war nur der geschäftliche Teil. Genauso relevant ist es im privaten Bereich zu wissen, wer gerade wieder solo ist oder wo im Freundeskreis ein Umzug ins Haus steht und Helfer gebraucht werden. Besser rechtzeitig bescheid wissen, als kurzfristig einen Anruf bekommen, wenn’s brennt! Fangt also bitteschön jetzt alle Euer eigenes Blog an, ja?
