Archive for the 'Internationales' Category

Christoph Huebner

Packen für Bulmänien

Auch dank Euch bin ich gerade am Packen: Morgen geht es los in Richtung Bulmänien! In der Voting-Phase habt Ihr es ermöglicht, dass ich bei www.euchecker.de unter den ersten 36 gelandet bin. Dann hat eine Jury entschieden, dass ich einer der 18 sein darf, die in den nächsten beiden Wochen die neuen EU-Mitglieder Bulgarien und Rumänien erforschen dürfen.

Wir werden am Freitag mit einer Party in der deutschen Botschaft in Sofia starten. Danach geht es in sechs Teams mit je drei Leuten durch Bulgarien. Am Wochenende darauf treffen wir uns alle in Russe wieder, einer bulgarischen Grenzstadt an der Donau. Und in der zweiten Woche geht es genauso weiter wie in der ersten: In unseren kleinen Dreierteams werden wir die Ziele ansteuern und die Aufgaben erledigen, die Ihr uns auf der Website www.euchecker.de aufgebt. Dort könnt Ihr nämlich jeden Tag darüber abstimmen, wie unser nächster Tag aussehen wird. Und wir werden alles mit unseren Hightech-Handys live bloggen: Bilder, Videos, Texte. Mit Geo-Tags! Das bedeutet, dass Ihr auf einer Karte genau unsere Reiseroute mitverfolgen könnt.
Mit der Abschlussparty in Sibiu, der europäischen Kulturhauptstadt 2007, endet die Tour. Am 5.8. geht’s zurück nach Berlin. Nach Berlin, wo morgen Abend alles anfängt - mit der inoffiziellen Warmup-Party in Paules Metall Eck in der Simon-Dach-Straße, meiner geheimen Stammkneipe. Abflug ist dann am Donnerstagmorgen in Tegel.

Auch wenn mit der Voting-Phase die harte Konkurrenz eigentlich abgeschlossen ist, seid Ihr herzlich eingeladen, mich mit meinem Team durch Bulmänien zu begleiten und auf unserer Teamseite über unsere nächsten Aufgaben abzustimmen. Wir sind Team 4!
Am Ende wird dann auch irgendwie ein Siegerteam festgestellt. Wie genau, weiß ich nicht. Vermutlich wieder irgendwie mit einem Voting. Ihr wisst, was Ihr zu tun habt! :-)

Übrigens: So, wie sich Anka und Marco von MDR-Sputnik über das EU-Checker-Projekt haben ausquetschen lassen, war ich heute Abend bei DAS DING in Baden-Baden im Studio. Sobald ich den Mitschnitt habe, bekommt Ihr ihn hier auf die Ohren.
Hier werde ich vermutlich von unterwegs auch ein bisschen behind-the-scenes-blogging machen. Oder die ganze Wahrheit schreiben. Je, nach dem.

Christoph Huebner

In english, please…?

As of having a couple of international contacts I’m thinking about writing this blog in english from now on. Especially my experiences of the Emirates-Germany Business Summit in Frankfurt this week made me think about this issue. I met some people there who I have not seen for awhile.

Mrs. Hessa al Ossaily mit Christoph Hübner

It was a quite interesting event, even if - or better because of - it was not as crowdy as I had expected. As a result of our many appointments I have brought along some opportunities:

  • If you know somebody who is interested in opening up a shop in Wiesbaden - especially a contact-lenses-studio for medical lenses - tell me! There is an interesting real estate in a very good location for rent and all equipment for sale.
  • I’m looking for a provider of tele-working-systems who is able to deliver to the United Arab Emirates. A quasi-official entity has set a budget for the implementation of tele-working for Arabian women and is now looking for possibilities. Nearly everything may be interesting (except telephone-sex-services of course ;-)).

Basically: If you are interested in setting up a business in the Arabian world or selling your products there with the help of Target Consulting F.Z.C. - tell me so!

Christoph Huebner

Schneller Wochenrückblick

Ja, ich bereue. Ich wollte die ganze Woche schon meine “Blogvision 2010″ posten, wie ich das letzten Sonntag angekündigt habe. Aber es war viel los und so bin ich nicht dazu gekommen. Dafür habe ich jetzt ein bisschen mehr zu berichten und die Vision kommt anschließend. Chronologisch sieht das so aus:

SkyBeach 30.04.2007Sonntag, 29.04.: Ich hatte mal wieder einen großen Tisch für 12 Leute im Amadeus in Stuttgart bestellt und ein paar Leute darüber informiert. Da gibt es ein gutes Brunch-Buffet und eine nette Atmosphäre. Ein guter Rahmen also, um interessante Menschen zusammen zu bringen, sie sich vorher noch nicht kannten. Entsprechend hatten wir spannende Gesprächsthemen und einen netten Vormittag bei herrlichem Wetter an unserem Tisch im Innenhof. Sobald der nächste Termin feststeht, werde ich das diesmal auch hier veröffentlichen!

Anschließend ging’s weiter zum Frühlingsfest auf den Cannstatter Wasen zum durchschütteln lassen (Wildwasserbahn und so’n Rotationsteil “um x-, y- und z-Achse”), schießen (ich habe völlig versagt!) und zum Schluss nochmal auf ein Desperados auf den SkyBeach.

Inspektion der LützelburgDienstag (Tag der Arbeit)Baggersee und Frankreich mit Jan. Erst haben wir uns ein bisschen Papier zum Lesen geschnappt und sind an den See gefahren. War ein bisschen windig und bei dem Sand/Staub nicht so ganz optimal. Aber trotzdem toll. Wir beide waren auch die einzigen im Wasser. Komisch eigentlich, war doch “schön warm”… :-) Außerdem gibt’s da große Sandberge und alte Blechschilder, mit denen man die Sandberge hinabsurfen kann. Oder es zumindest versuchen…
Danach sind wir mit dem Ziel nach Frankreich gefahren, uns dort beim Durchfahren mit leckeren Flammkuchen bewerfen zu lassen. So kommt einem das ja für gewöhnlich vor, wenn man durch’s Elsass fährt: An jeder Ecke eine Kneipe, die so lange immer neue Flammkuchen auf den Tisch stellt, bis man glaubwürdig genug protestiert. Nicht aber am ersten Mai! Alles zu, nirgends Flammkuchen. Und wir haben Hunger. Auf der verzweifelten Suche nach Essen haben wir in Lützelburg eine schicke alte Ruine entdeckt. Dagegen kann die von Forchtenberg einpacken! Und in Phalsbourg haben wir dann auch tatsächlich einen “Flammkuchen” bekommen. Der war zwar mächtig verbrannt und hatte mehr Gemeinsamkeiten mit einer Pizza. Aber wenn man schon ein Loch im Bauch hat…

Donnerstag: Mein erster Vortrag in Second Life! Wolfgang Tischer hat in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg einen Vortrag Web 2.0 und das Verlagswesen gehalten. Das Thema haben wir ja schon x-mal durchgekaut. Aber die Präsentationsform war neu für mich. Und ich bin begeistert! Es war für mich überhaupt erst das zweite Mal, dass ich mich in Second Life aufgehalten habe. Vor ein paar Wochen habe ich mich mal registriert, bin aber über die Training-Area nicht hinaus gekommen. Fasziniert bin ich auch davon, dass die Landesvertretung wie sie in Berlin steht quasi 1:1 nachgebaut wurde. Aber viel mehr inspiriert hat mich das Medium. Dass Second Life mehr ist als eine Spiel- und Freizeitplattform ist mir schon länger klar. Welche Möglichkeiten sich aber dadurch ergeben, dass für einen solchen Vortrag das Raumgefühl und die Interaktion mit den anderen Teilnehmern so realisistisch imitiert werden kann, ist mir am Donnerstagabend erst bewusst geworden. Ein wichtiges Argument für First Life-Seminare und -Schulungsveranstaltungen sind ja überwiegend nicht die Inhalte, sondern das Socializing: Die Unterhaltung mit den anderen Teilnehmern in der Kaffeepause und abends beim Bier. Überwiegend dafür werden die Reisekosten ja produziert. Mit Second Life kann das aber alles unter einen Hut gebracht werden: Inhalte, Socializing, keine Kosten für Anfahrt(-szeit) und Übernachtung und dazu noch nebenherHemden bügeln, Bier trinken und ungepflegt aussehen. Hallo Zukunft, wir kommen!

Freitag: Die hab ich mir bestellt: Canon IXUS 70 Digitalkamera (7 Megapixel) schwarz. Morgen wird sie wohl geliefert. Damit kann ich meinen flickr-Account endlich richtig zum Leben erwecken! Auch wenn mir meine beiden Analog-SLRs (zwei Canon EOS 50E mit diversen Objektiven (u.a. ein 85 mm/1.4) und viel Zubehör, eingelagert bei meinen Eltern)  fehlen, wie ich gestern beim Burgseminar wieder gemerkt habe. Fotografieren ist eigentlich meine große Leidenschaft, ich komme nur nicht mehr dazu. Vielleicht nehme ich die Ausrüstung mit nem Packen Schwarzweißfilme nach Bulgarien mit. Mal schauen.

Trauben auf dem BurgseminarFreitag/Samstag: Seminar auf der Burg Windeck. Interessante Vorträge, nette Leute, gutes Essen, tolles Ambiente, interessante Gespräche, schönes Wetter. Eine rundum gelungene Veranstaltung eben.

Jetzt geh ich joggen (wie immer: am Rheindamm bei Greffern) und heute Abend blogge ich meine Blogvision 2010. Versprochen.

Christoph Huebner

Auf dem Holzweg ins Elsass

War ja klar, dass das mit der Binnenmarkt-Umsatzsteuer nicht so hinhaut, wie ich mir das gedacht habe. Das Buch ist gestern gekommen, heute Morgen habe ich es gelesen. Eigentlich ist es ja auch töricht anzunehmen, dass die Staaten der EU den innergemeinschaftlichen Warenverkehr gar nicht besteuern würden. Was umsatzsteuerfrei ist, ist die innergemeinschaftliche Lieferung (also aus Sicht des Lieferanten, nicht der Erwerb aus Sicht des Erwerbers) zwischen regelversteuernden Unternehmen. Das bedeutet, dass der Lieferer keine Umsatzsteuer auf das Entgelt aufschlagen muss und der Erweber an ihn tatsächlich auch nur den Nettobetrag bezahlt. Er muss auf diesen innergemeinschaftlichen Erwerb jedoch trotzdem die Umsatzsteuer seines Heimatlandes bezahlen und direkt an sein Finanzamt abführen. Eigentlich logisch. Das ist das sogenannte Bestimmungslandprinzip, weil die Besteuerung dort erfolgt, wo die Ware am Ende verbleibt.

In alllen anderen Fällen, also zwischen nicht regelversteuernden Unternehmen, gilt das Ursprungslandprinzip. Das bedeutet, dass der Lieferer seine inländliche Umsatzsteuer erhebt und abführt als würde er an einen Inländer verkaufen. Dabei ist es unerheblich, ob eine deutsche Privatperson ein Souvenir in Spanien kauft oder ein dänischer Sammler im großen Stil (aber für seine privaten, nicht gewerblichen Zwecke) schwarzwälder Kucksuhren ordert und sich nach Hause liefern lässt.

Daneben gibt es noch diverse Ausnahmeregelungen, wie zum Beispiel die optionale Erwerbsschwelle für ”Halbunternehmer” i.S.d. UstG, nach der ein nicht-regelversteuernder Gewerbetreibender (zum Beispiel ein Arzt) bis zu einer Gesamtsumme an innergemeinschaftlichen Erwerben von 12.500 Euro pro Jahr aus Vereinfachungsgründen das Ursprungslandprinzip anwendet. Davon kann er sich aber befreien, wenn er das dann wiederum für mindestens zwei volle Jahre tut…

Doch all diese spaßigen Regeln und Ausnahmeregeln haben nur einen Zweck: Zu regeln, ob im Land des Lieferers oder im Land des Erwerbers besteuert wird. Eine von diesen beiden Umsatzbesteuerungen gibt es immer. Da führt kein Weg dran vorbei. Punkt. Echte Vorteile können sich nur dann ergeben, wenn zwischen der Umsatzsteuer des Ursprungslandes und der des Bestimmungslandes so große Unterschiede bestehen, dass man sich beispielsweise als ”Halbunternehmer” durch Verzicht auf die Erwerbsschelle die bessere Alternative aussuchen kann. Daran ist man aber eben dann auch für zwei Jahre gebunden. Wenn der nächste Kauf aber in einem anderen Mitgliedsstaat erfolgen soll, in dem die Sache andersrum aussieht, ging der Schuss nach hinten los. Die Entscheidung will also wohl überlegt sein.

So viel zum Grundsätzlichen. Für mich bedeutet das erstmal, dass Straßburg zwar eine schöne Stadt zu sein scheint, aber aus umsatzsteuerlicher Sicht als Wohnort keinen Vorteil bietet. Bei der derzeitigen französischen Regelumsatzsteuer von 19,6 Prozent wäre es auch kein wirklich spürbarer Nachteil. Weil das nach meinen bisherigen naiven Vorstellungen aber der interessanteste Punkt gewesen wäre, scheint das Thema wohl jetzt vom Tisch zu sein. Denn Mietpreise und Einkommensteuer sind auch nicht wirklich attraktiv.
Gelegenheit für neue Ideen!

Am letzten Sonntag war ich in Straßburg. Bei herrlichem Wetter kam mir während des Flanierens durch die bildhübsche und quirlige Altstadt so eine Frage in den Sinn: Was passiert eigentlich, wenn ich nach Straßburg umziehe? Dass meine Interimswohnung in Bühlertal keine Lösung auf Dauer ist, war ja von vornherein klar. Nur wo es wohnungsmäßig wirklich weitergeht, ist noch ziemlich offen.

Also ließ ich mal die Gedanken kreisen: Mein Französisch ist hundsmiserabel. Weil ich es nicht gepflegt habe. Waren ja auch nur zwei Jahre in der Schule. Aber beim Eismann habe ich gemerkt, dass da eine Basis ist, auf die ich aufbauen kann. Ich könnte also wohl für das Nötigste zügig wieder rein kommen. Außerdem spricht im Elsass sowieso jeder zumindest einen Brocken deutsch. Das ist das Problem also nicht.

Der zweite Gedanke war aber viel spannender: Frankreich ist EU-Ausland. Und innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums werden Waren und Dienstleistungen prinzipiell umsatzsteuerfrei gehandelt. Nun ist mein Hauptauftraggeber grundsätzlich nicht vorsteuerabzugsberechtigt. Und viele meiner ehemaligen Kunden aus der Agentur auch nicht. Zusammengefasst betrifft das neben den Unternehmen einiger Branchen (z.B. Vermittlung von Finanzdienstleistungen) vor allem Körperschaften des öffentlichen Rechts (z.B. Bundestagsfraktionen) und Gebietskörperschaften (z.B. Städte und Gemeinden). Daraus ergeben sich einige interessante Möglichkeiten… Denn im Gegensatz zu natürlichen Personen können diese juristischen Personen im EU-Ausland umsatzsteuerfrei einkaufen, sofern sie sich eine Umsatzsteueridentnummer zuteilen lassen. Soweit zumindest mal mein Kenntnisstand. Wenn sich das als richtig herausstellt, könnte ich also… Hhhmmm… Dazu lieber später mehr.

Beim Sushi-Essen im Löwenbräukeller gestern Abend hat mir der Jan von einem Buch mit dem Titel ”Elsaß für Neubürger” erzählt. Weil ich ihn mitgenommen hatte, hat es gleich rausgesucht als ich ihn zu Hause abgeliefert habe und es mir mitgegeben. Das werde ich mir nun mal vornehmen. Und mit dem JJ habe ich am Telefon auch kurz über das Thema gesprochen. Er als Franzose (mit hessischem Akzent!) hat gemeint, dass Frankreich auch ansonsten steuerlich und bzgl. weiterer Unterschiede interessant sei. Mehr wird er mir sicher bald persönlich verraten. Überdies habe ich dann auf eine Empfehlung im Heilbronner IHK-Newsletter hin noch dieses Buch bestellt: Umsatzsteuer-Binnenmarkt. Vielleicht werden darin schon all meine Überlegungen durch die Fakten der harten Realität zerschlagen…

Jedenfalls werde ich die verschiedenen Sachverhalte jetzt mal prüfen. Denn zwar ist Straßburg nur einen Katzensprung entfernt und neben Karlsruhe die einzige einigermaßen attraktive Großstadt in der näheren Umgebung. Doch für die vielen bürokratischen Dinge, die wohl beim Wohnsitzwechsel über die Grenze zu erledigen sind, muss sich das unterm Strich auf dem Konto rechnen.

Christoph Huebner

Bulgarien II: Wie hinkommen und mobil sein?

VW Bus rotIch habe mir jetzt diesen Reiseführer und diese Landkarte von Bulgarien als erste Reisevorbereitung zugelegt. Der Reiseführer ist gute 500 Seiten stark und rät gleich ganz vorne davon ab, mit dem eigenen Fahrzeug nach Bulgarien zu fahren. Gründe sind einerseits die Kriminalität und andererseits die Probleme beim Transit dorthin. Was in meinem Fall noch dazu kommt, sind die mindestens 5.000 Kilometer zusätzlich, die ich dem MINI da zumuten würde. Und das, wo ich doch jetzt schon nach 14 Monaten gute 12.000 über dem Soll nach Leasingvertrag bin…

VW-Bus in schwarzDaraus ist am Wochenende zusammen mit dem Jan die Idee entstanden, einen alten VW-Bus, Modell T3, ausgebaut als Wohnmobil, für wenig Geld zu kaufen und ggf. hinterher wieder zu verkaufen. Damit kann man dann aber auch auf Festivals (das Melt wäre vom Termin her ein schöner Einstieg vor Bulgarien) fahren und das Teil zwischendurch als Bandbus an Leute wie den Dominic günstig vermieten. Uns beide hat die Idee begeistert. Wer also so eine Höllenmaschine zu verkaufen hat, ist herzlich eingeladen, sich zu melden. Tipps und Tricks sind ebenso willkommen.

Abends habe ich dann beim Grillen die Idee noch mit drei KFZlern in Stuttgart besprochen. Es spricht wohl grundsätzlich nix dagegen, für 2.000 Euro einen VW Bus mit 190.000 Kilometern zu kaufen. 50 PS, Diesel. Eine Höllenmaschine also. Da ist der Weg das Ziel!
Es könnte nur sein, dass eins der Transitländer schon schärfere Umweltschutzrichtlinien hat als wir. Das könnte die Durchreise problematisch machen. Das muss man eben klären.

Anfang Januar hat mich ein Nachrichtensprecher im Radio mit der Information überrascht, dass Bulgarien jetzt Mitglied der EU ist - und ich habe im Vorfeld davon gar nichts mitbekommen! Das war für mich Anlass, mich näher mit diesem Land zu befassen. Denn wenn “die” in die EU dürfen, müssen sie ja doch einige Gemeinsamkeiten mit uns haben: Werte, Wohlstand (?), Perspektiven. Die Ergebnisse meiner (noch sehr oberflächlichen) Recherchen sind dann aber doch so dünn (und dennoch interessant) ausgefallen, dass ich mich dazu entschlossen habe, im Sommer für zwei Wochen hin zu fahren und mir vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Eine große Geschichte und interessante Kultur scheint das Land auf jeden Fall zu haben. Aber was geht da wirtschaftlich? Mit welchen sozialen Problemen müssen die Bulgarinnen und Bulgaren kämpfen? Und wo geht die Reise hin? Daraus folgt dann logischerweise die Frage, welche Chancen sich für uns daraus ergeben - und ob ich zu Lösungen beitragen kann.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es dort Absatz- oder Finanzmärkte gibt, die für mich und Menschen in meinem Umfeld interessant sind. Aber wenn man nicht dort war, tut man sich schwer, verlässliche Informationen zu bekommen. Bei Onvista zum Beispiel gibt es Länderinformationen über nahezu alle Märkte der Erde. Aber welche Aktien in Sofia gehandelt werden, wissen die auch nicht. Offensichtlich ist der Markt also - zumindest für unsere Begriffe - sehr intransparent. Das ist per se schon eine Chance.

Am letzten Samstag habe ich (vermittelt über mitfahzentrale.de bzw. mitfahrgelegenheit.de) eine Mitfahrerin nach München dabei gehabt, die schon mal in Bulgarien war - und zwar nicht per Ballermann-Billig-Urlaub an der Schwarzmeerküste, sondern mit dem Rucksack quer durchs Land unterwegs. Ihrer Auskunft nach ist Bulgarien noch ganz am Anfang seiner Entwicklung. Es gebe wohl gewisse soziale Spannungen mit der unterdrückten Minderheit der Sinti und Roma. Insgesamt sei das Wohlstandsniveau noch deutlich unter unserem und auch spürbar unter dem anderer osteuropäischer Staaten wie Tschechien oder Slowenien. Das deckt sich mit den Informationen, die ich beispielsweise beim Fondskongress von Osteuropa-Experten wie der Österreichischen Raiffeisen Capital Management und im Nachhinein im Gespräch mit einem Vertreter von Meinl European Land erhalten habe.

Ich werde also in KW 29 und 30 mit dem Auto und dem Zelt im Kofferraum auf eigene Faust nach und quer durch Bulgarien fahren: Vom Rila-Gebirge über Sofia an die Schwarzmeerküste. Oder anders herum. Für Link-Tipps und interessante Kontakte bin ich wie immer dankbar!